Beleuchtung, Beheizung, Belüftung – beste Beispiele
Mehr Licht mit weniger Strom
Dormagen macht es vor: Neue Lampen, neue Technik - und die Stromkosten für die Straßenbeleuchtung sind um 44 Prozent gesunken. Ein Jahr nach der Sanierung der Straßenbeleuchtung kann das Fazit kaum positiver ausfallen. Für rund 670.000 Euro wurden u.a. 5.000 Lampen gegen Natriumhochdrucklampen ausgetauscht, 350 Langfeldleuchten erneuert und 4.500 Vorschaltgeräte installiert. Die Sanierung wurde per Contracting finanziert. Das Ergebnis nach einem Jahr: Der Verbrauch sank um 1,4 Millionen kWh, die Stromrechnung wurde um über 300.000 Euro/a reduziert. Die Stadt Dormagen wurde durch die EnergieAgentur.NRW Projekt begleitend beraten.
Sonne fürs Stoag-Dach
Auf dem Dach des STOAG-Betriebsgeländes an der Oberhausener Max-Eyth-Straße gibt es ein neues Top-Motiv für die Fotografen von Luftbildern. Eine rund 3.500 Quadratmeter große Photovoltaik-Anlage krönt die Hallen des kommunalen Verkehrsbetriebs. 1897 bekam Oberhausen die weltweit erste kommunal betriebene Straßenbahn. Und seit Dezember 2008 hat die Ruhrgebietsgroßstadt - nach eigenem Bekunden - die deutschlandweit größte kommunal betriebene Photovoltaik-Anlage am Netz. Die Anlage auf dem Dach der Betriebshalle der Stadtwerke Oberhausen AG (STOAG) beeindruckt mit rund 3500 Quadratmetern Modulfläche und einer Leistung von 466 kWp. Die STOAG rechnet mit einer jährlichen Einspeisung von 424.402 kWh. Das entspricht in etwa dem Jahresenergiebedarf von 125 Einfamilienhaushalten oder ungefähr einer Millionen Waschvorgänge einer modernen Waschmaschine. Umgerechnet ergibt das eine jährliche CO2-Einsparung von rund 250 Tonnen pro Jahr.
Hotel Dreesen
Das Bonner Rheinhotel Dreesen hat seine Energiekosten durch die Installation von zwei Blockheizkraftwerken erheblich gesenkt. Die Blockheizkraftwerke erbringen jeweils eine thermische Leistung von 14 bis 39 kW und eine elektrische Leistung von 8 bis 20 kW und werden mit Erdgas betrieben. Die effiziente Bereitstellung von Heizwärme und Strom bewirkt eine jährlich Reduzierung des CO2-Ausstoßes um rund 65 Tonnen. Die erwartete Energiekosteneinsparung beträgt bei derzeitigen Gaspreisen gerechnet jährlich rund 9000 Euro. Mit gleich bleibenden Preisen gerechnet könnte sich die Anlage in zehn Jahren amortisiert haben.
Freund Drehtechnik nutzt Abwärme
Die Lüdenscheider Freund Drehtechnik GmbH hat Ende 2006 eine neue Fertigungshalle bezogen. Das wäre unspektakulär, wenn da kein innovatives und energieeffizientes Konzept zur Wärmeversorgung umgesetzt worden wäre. Der Clou: Es wird dazu nicht nur die Abwärme der Maschinen genutzt, sondern auch eine Wärmepumpe kommt zum Einsatz. Die Ermittlung des Abwärmepotentials des Maschinenparks ergab, dass dieses um ein Vielfältiges höher ist, als der tatsächliche Wärmebedarf der Produktionshalle, der Büro -und Sozialräume, so dass auf ein ergänzendes konventionelles Heizsystem auf Basis fossiler Energieträger komplett verzichtet werden konnte. Der Einsatz an elektrischer Energie für den Betrieb des Systems wird sich auf ca. 13.000 kWh/a belaufen, was zu Stromkosten in Höhe von ca. 1.000 €/a führen wird. Im Vergleich dazu würden sich die verbrauchsgebundenen Kosten bei einem Heizsystem auf Basis fossiler Energieträger unter zu Grundelegung eines Brennstoffpreises von ca. 5 Cent/kWh auf ca. 3.000 €/a belaufen.
Effektive Hallenheizung
Strahlungsheizungen bieten im Vergleich zu Warmluftheizungen bei geringeren Raumtemperaturen das gleiche Wärmeempfinden. Dies führt insbesondere bei schlecht wärmegedämmten Gebäuden und häufig geöffneten Hallentoren zu deutlichen Energieeinsparungen. Die Firma Habermann in Witten hat die Hallenheizung auf moderne Erdgas-Strahlungsheizungen (Dunkelstrahler) umgerüstet. Dank der effizienten Wärmeerzeugung konnte die installierte Wärmeleistung von 730 kW auf etwa 315 kW verringert werden Das Unternehmen geht von einer Verringerung des Heizenergieverbrauches in den betreffenden Hallenbereichen von etwa 30 bis 50 % aus. Die Investitionskosten von etwa 47.000 € würden dann zu Einsparungen von etwa 8.000 € pro Jahr führen.
Lastspitzen gekappt
Seit dem Gründungsjahr 1921 bietet die Firma Schrimpf & Schöneberg GmbH & Co KG ein umfassendes Produktionsprogramm von Federn und Drahtbiegeteilen. Zur Optimierung des Energieverbrauchs wurde eine Lastgangmessung des elektrischen Stroms angefordert, um mögliche Leistungsspitzen zu identifizieren. Diese werden vom Energieversorger gesondert berechnet und betragen häufig bis zu 25 % des Gesamtstrompreises. Es zeigte sich, dass immer morgens zu Arbeitsbeginn eine Lastspitze auftrat, die durch das gleichzeitige Anschalten der Maschinen und der elektrischen Öfen verursacht wurde. Eine Verschiebung des Aufheizvorgangs der Öfen auf 45 Minuten vor Arbeitsbeginn führte zu einem Abbau dieser Lastspitze und damit zu einer Verringerung der Stromkosten.
Weniger Kostendruck bei Druckluft
Seit November 2004 versehen bei ABB in Minden drei 10-kW-Kolbenkompressoren zur Druckluft-Erzeugung ihren Dienst. Der Verdichtungsenddruck der Anlage beträgt 32 bar. Für die erforderliche Luftaufbereitung sorgen ein mit Taupunkt-Steuerung versehener Adsorptionstrockner sowie Hochdruck- und Aktivkohlefilter. Hierdurch wird eine Aufbereitung der Druckluft auf eine Luftqualität mit einem Taupunkt von - 40°C und einem Ölgehalt von 0,01 mg/m3 sichergestellt. Die Taupunkt-Steuerung bewirkt eine erhebliche Verminderung des Spülluftverbrauchs des Trockners, da die Regeneration des Adsorbens nur noch bedarfsgerecht erfolgt. Die neue Anlage ersetzt eine alte Station, welche aus drei 18,5-kW-Kolbenkompressoren mit einem Verdichtungsenddruck von 230 bar bei einem Netzdruck von 32 bar bestand. Durch diese konsequente Vorgehensweise konnte nach einigen Monaten Betriebszeit das prognostizierte Energieeinsparpotenzial mit 67 Prozent sogar noch weit übertroffen werden. Insgesamt summieren sich die Gesamteinsparungen für Energie, Wartung und Reparatur auf 20.000 Euro jährlich, was eine zweijährige Amortisationszeit ermöglicht.
Wärmeverluste reduziert
Die Firma UMETA GmbH & Co. ist im Bereich der manuellen Abschmiertechnik tätig und produziert Schmiernippel, Fettpressen und Sonderdrehteile. Um die Wärmeverluste der Produktionshalle zu reduzieren, wurde u.a. das Dach mit einer 140 Millimeter dicken Wärmedämmung versehen. Damit verringern sich die Wärmeverluste durch das Dach um ca. 95 Prozent. Die Investitionskosten betrugen ca. 32.000 €. Bei einer Energieeinsparung von ca. 280.000 kWh/a hat sich die Maßnahme nach ca. drei Jahren amortisiert.
Virtuelles Unternehmen für reale Energieeffizienz
Die EnergieAgentur.NRW ist mit einem virtuellen Unternehmen online (www.energie-im-unternehmen.de). Ob Beleuchtung, Lüftung, Drucklufterzeugung - per Mauseklick können sich Unternehmer oder Energiebeauftragte nun beim virtuellen Rundgang "vor Ort" informieren, wo sich Potentiale zur Steigerung der Energieeffizienz verbergen. Die EnergieAgentur.NRW reagiert mit diesem Angebot auf die wachsende Bedeutung des Internets. Neben Fachartikeln und dem Kontakt zum eigenen Branchenverband ist das Internet zum wichtigsten Medium für Unternehmer geworden, um sich Erstinformationen und Orientierungswissen im Bereich der Energieeffizienz zu verschaffen. Energieeffizienz bei der Endanwendung ist erwiesenermaßen die effektivste und wirtschaftlichste Möglichkeit, die Energiekosten in Unternehmen zu senken und Umweltbelastungen zu reduzieren. Im virtuellen Unternehmen werden die typischen energetischen Schwachstellen in Unternehmen mit Lösungsvorschlägen vorgestellt.
Quelle: http://www.energieagentur.nrw.de/
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